Über Flash Mobs

Hin und wieder höre oder sehe ich im Internet mal etwas von Flash Mobs in der Welt beziehungsweise Deutschland in gewissen Städten beispielsweise auf YouTube. Besonders interessant find ich Flash Mobs seit ich einmal in Stuttgart zufällig einen entdeckt habe. Eine lange Kissenschlacht mit vielen Menschen und einem Dauenfedermeer auf Erde und in Luft:

Ein Flash Mob ist prinzipiell eine scheinbar spontan auftretende, harmonisch zusammen handelnde Menschenmenge, die sich auch ebenso schnell wieder verläuft. In der Regel abgesprochen wird dann irgendetwas Harmloses, aber für den Alltag Untypisches gemacht, wie beispielsweise eine Kissenschlacht oder ein klassisches “Freeze”, also beispielsweise nach einem Signal drei Minuten lang nicht bewegen. Recht erfolgreich hat es sogar in Augsburg einen solchen Freeze schon einmal gegeben. Je größer aber die Stadt, desto eher kommt ein funktionierender Flash Mob zu Stande.

Manche Flash Mobs können sogar so mitreißend sein, dass sogar das umstehende, eher passive Publikum mitmacht. Besonders Robs Geschichte zeigt das gut. Rob ist mit seinen Freunden auf einem Baseball-Spiel als er sich aufmacht ein paar Hot Dogs zu holen. Unglückerweise findet er irgendwie nicht mehr zu seinen Platzreihen zurück und seine Freunde beginnen ihm zuzurufen. Im Laufe des Spiel und während Rob an den verschiedensten Stellen im Stadion zu sehen ist weitet sich der Rob-rufende Chor seiner Freunde schrittweise auf den ganzen Stationsflügel aus.

Gegen die Gegenwohnheit nur über die Telekom zu schimpfen möchte ich einmal den Konzernriesen loben und zwar für ihre innovativen und meiner Ansicht nach gelungenen Werbespots. Vor kurzem gab es hierzu beispielsweise das Lied “7 Seconds” von einem Chor mit schier unzählbar vielen Köpfen gesungen.

2009 hat die Telekom zu einem Flash Mob am Leibziger Bahnhof aufgerufen und die Menschenmasse vormals singen lassen. Vorher gestimmt ist der Chor dann begleitet worden von Paul Potts, Gewinner des englischen DSDS “Britain’s Got Talent”. Die Vorlage für den folgenden Spot bot laut Telekom selbst wohl eine ähnliche, aber flashmobbigere Aktion von T-Mobile in England.

Kritisiert wird der gemeine Flash Mob jedoch immer wieder an der Tatsache, dass es keinen tiefergründigen Sinn hinter dem Tun gibt, als sich selbst zu belustigen. Flüchtiger Spaß steht im Vordergrund sowie das fliehen aus dem tristen Arbeitsalltag.

Soziologen wie Howard Rheingold entdecken jedoch hierbei eine besondere Form der Flash Mobs, die so genannten Smart Mobs. Diese wiederum haben einen Sinn, ihre Teilnehmer haben gewisse Absichten. Smart Mobs funktionieren also salopp gesagt wie Flash Mobs, haben aber eher einen Demonstrationscharakter, wollen Kritik üben oder sich ausdrücken. Rheingold, der schon vor einigen Jahren die gesellschaftlichen Wandlungen richtig einschätzen konnte, benannte die Smart Mobs erstmals und spricht sogar von einer sozialen Revolution.

Betrachtet man nun das weltweit operierende Kollektiv Anonymous als Smart Mob, so kann man wohl von einer “sozialen Revolution” sprechen.

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